Ausgleichsgewässer

Die vier künstlich angelegten Teiche sind nicht dicht und  fallen immer wieder trocken.
Keine Reproduktion der Amphibien in 2018.

Um dem breiten Artenspektrum vor Ort  gerecht zu werden,
sollten die Vorgaben  aus  MAmS 2000, Seite 15, berücksichtig werden (Gestaltung des Ufers, Gewässeruntergrund, Vegetationsstruktur, Besonnung und Schatten etc.).

Aufnahmen Mai 2018

Entwässerung der Durchlässe

Die Durchlässe waren bereits beim Einbau unter Wasser.

Aufnahme Juni 2016

Alkalität in den Durchlässen

Kalk wird aus der umgebenden Verbauung ausgewaschen.  Dieser Schlamm lagert sich auf der Lauffläche der Leiteinrichtung und in den Durchlässen (tiefster Punkt) ab. Die dort herrschenden  PH Werte von 9 bis über 11 können für Amphibien tödlich sein.

Überschwemmungen

Durch den Lehmuntergrund befinden sich mehrere Durchlässe dauerhaft unter Wasser.  Niederschlagswasser kann nicht  ablaufen , es versickert nicht und wird nur durch die Verdunstung  reduziert. Die Folge davon ist, dass die Durchlässe fast ganzjährig unter Wasser stehen und deshalb von den Amphibien auf ihrer Wanderung nicht genutzt werden.

Unüberwindbare Hindernisse auf der Wanderroute

Amphibien können ausgesteinte Hangstellen nicht überwinden.

Auf 150 m Länge ist ein Steilhang angelegt mit einem Gefälle von etwa 57%. Der Höhenunterschied zwischen Durchlass und Hangkrone beträgt 8 m auf einer Wegstrecke von 14 m.

Einweiselemte

Die Einweiselemente  im Tunneleingang sind sehr niedrig und kurz, so dass sie von  den Amphibien nicht wahrgenommen und überklettert werden. Die Funktion, die sie haben, die Tiere in die Tunnel zu leiten,  wird nicht erfüllt.

Entwässerung in die Durchlässe

Die gelben Entwässerungsschläuche dienen zur Entwässerung des straßenbegleitenden Grüns und dürfen nicht in Durchlässe abgeleitet werden, da sie Schadstoffe wie Reifenabrieb, Tausalz  etc enthalten.

 

Beschreibung der Situation

Wir befinden uns an der St 2068, Umfahrung Weßling, in Oberbayern.

Sie wurde Ende 2016 fertiggestellt und für  den Verkehr freigegeben.

Die Straße führt durch ein Gebiet mit einem  hohen Aufkommen von:  Erdkröte, Springfrosch, Grasfrosch , Laubfrosch,  Kammmolch, Bergmolch und Teichmolch.

Diese Straße ist mit einer 2 km langen Amphibienschutzanlage aus Beton  und  42 Durchlässen ausgestattet.

Bis heute gibt es an dieser Anlage massive, ungelöste Probleme. Nach unserer Beobachtung haben die Amphibien die Anlage im ersten Jahr nicht angenommen und so ihre Laichgewässer nicht erreichen können. Sie wurden von uns abgesammelt und in Richtung Laichgewässer verbracht. Auch auf dem Rückweg konnten weder adulte Tiere noch Hüpferlinge beobachtet werden, die durch die Tunnel gegangen wären.

Über diesen Blog

Um die Amphibien bei der  Wanderung  nicht nachhaltig zu gefährden, wäre eine Abzäunung mit einem mobilen Amphibienzaun notwendig, an dem die Tiere abgefangen  und Richtung Laichgewässer verbracht werden. 

Gastbeiträge, Anregungen, Kommentare und Verbesserungsvorschläge werden gerne angenommen und auf Wunsch  veröffentlicht.

Mit diesem Beitrag möchte ich Erfahrungswerte bei künftigen Bauvorhaben einbringen.