Im Planfeststellungsbeschluss wurde festgeschrieben, dass zwei Akzeptanzkontrollen im Abstand von 3 Jahren
durchgeführt werden müssen. Dies ist ein wichtiger Schritt im Artenschutzmanagement, der überprüft, ob die
neu gebaute Amphibienschutzanlage auch tatsächlich funktioniert und von den Tieren angenommen wird.
Zwei
verschiedene Büros der Umweltplanung führten diese Kontrollen durch.
Zur Durchführung wurden beidseitig entlang der Schutzanlage auf ca. 3,6 km mobile Fangzäune mit ca. zweihundert Fangeimern aufgestellt. Die bodentief eingegrabenenn Eimer wurden täglich von einem Biologenteam kontrolliert und die darin gefangenen Tiere nach Art, Alter und Geschlecht gezählt. So entsteht über die Wandersaison hinweg ein Bild davon, welche und wie viele Tiere die Unterführungen nutzen — und welche nicht.
Die vielen Tausend Amphibien, die 2019 dort noch erfasst wurden, die mehrere Kilometer lange Strecke sowie die zahlreichen bodentief eingegrabenen Fangeimer stellten eine kaum zu bewältigende Aufgabe dar. Nach meiner Einschätzung war die Dimension der Anlage in Verbindung mit der großen Zahl der Tiere organisatorisch nur schwer zu bewältigen. Das Erfassen der Tiere an jedem einzelnen Fangeimer nahm erheblich Zeit in Anspruch.
Von Tierquälerei spricht man, wenn Schutzmaßnahmen für Amphibien in der Praxis zu schweren Leiden oder Todesfällen führen.
An dieser Anlage musste ich folgendes beobachten:
Schauen Sie genau hin, wenn Amphibienschutzmaßnahmen umgesetzt werden. Lassen Sie sich erklären, was getan wird, aus welchem Grund und auf welche Weise. Beobachtungen und mögliche Missstände sollten offen angesprochen werden, denn nur so kann ein wirksamer Schutz der Tiere gewährleistet werden.
Fangeimer sind als Lebendfallen einzustufen und dürfen nur unter strengen Auflagen betrieben werden. Dazu gehört insbesondere eine regelmäßige Kontrolle, auch an Wochenenden und Feiertagen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Tiere keinen vermeidbaren Belastungen ausgesetzt sind.