An der Staatsstraße ST 2349 wurde Ende 2016 eine 2 km lange Amphibienschutzanlage mit 42 Durchlässen fertiggestellt. Sie soll acht Amphibienarten auf ihrem alljährlichen Wanderweg schützen. Doch von Beginn an dokumentierte ich gravierende Mängel, die die Anlage für die Tiere nutzlos — oder gefährlich — machen.
In einer sehr warmen Julinacht konnte ich beobachten, dass die Leiteinrichtung eine tödliche Falle für Jungfrösche, Hüpferlinge und Molche darstellte. Beton weist hygroskopische Eigenschaften auf und nimmt Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft auf. Nach meiner Einschätzung stehen die nachfolgend aufgeführten Auffälligkeiten in ursächlichem Zusammenhang damit:
Die gesamte Leiteinrichtung wurde auf beiden Seiten hydrophobiert. Das heißt, sie wurde mit einer wasserabweisenden Flüssigkeit besprüht. Seither gab es keine Beobachtungen mehr von festklebenden Tieren.
Junger Springfrosch, der an der Senkrechten der Leiteinrichtung klebt
Vertrockneter Springfrosch
Hüpferlinge bleiben auf der Laufsohle kleben
Zwei junge Springfrösche kleben an der Senkrechten der Leiteinrichtung
Frischer Beton enthält viel Kalk. Wasser, das durch Beton fließt oder ihn durchfeuchtet, kann stark alkalisch werden und einen stark erhöhten pH-Wert aufweisen.
Austausch des Bodensubstrats in den Durchlässen.
Die Amphibienschutzanlage wurde auf einem lehmigen, kaum wasserdurchlässigen Untergrund errichtet. Zudem wurden die Durchlässe direkt im Grundwasserbereich eingebaut. In der Folge ist eine ausreichende Entwässerung der Durchlässe nicht möglich.
Wussten Sie, dass die Jungfrösche, wenn die Metamorphose abgeschlossen ist und sie an Land gehen,
nicht schimmen können!
Adulte und Jungtiere können solche Durchlässe nicht passieren.
Durch eine Spülbohrung wurde ein Schluckbrunnen hergestellt, der die Durchlässe nun entwässert.
Das Niederschlagswasser aus der Straßenentwässerung ist ökologisch belastend und insbesondere für die empfindliche Haut von Amphibien ungeeignet. Es transportiert Schadstoffe wie Ölreste, Reifenabrieb, Bremsstaub, Streusalz und weitere Chemikalien direkt in die Durchlässe. Dort können sich die Schadstoffe im Boden ablagern und Amphibien so schädigen, dass dies zu ihrem Tod führt.
Beim Bau der Trasse wurden Steinschüttungen leider an besonders starken Wanderstrecken errichtet, die es vorher nicht gab. Die Amphibien müssen diese Steilhänge überwinden, um zur Tunnelöffnung zu gelangen. Nach meinen Beobachtungen scheitert dies an der Weßlinger Ortsumfahrung wegen der Geländesituation.
Spritzbetonrampen am Fuße der Steinschüttungen zum leichteren Aufstieg
Im Jahr 2019 wurden drei Ausgleichsgwässer neu angelegt.
Im Jahr 2025 wurde auch das vierte Laichgewässer noch einmal neu angelegt.
Ein mit Streusalz gestreuter Radweg kann für Amphibien auf ihrer Wanderung zu einer Todesfalle werden.
Der Winterdienst der Gemeinde stoppt die Nutzung von Streusalz zu Beginn der Wanderung.
Eine mangelhafte Verfugung kann dazu führen, dass sich Tiere in den Spalten aufhalten. Dies kann eine verlängerte Verweildauer im Bereich der Schutzanlage zur Folge haben.
Eine erhöhte Verweildauer an der Anlage führt zu einer höheren Gefahr von Fressfeinden gefressen zu werden.
Die Verfugungen sollen 2026 überarbeitet werden